Halber Kram: Motorroller

Als die Amis Italien und Deutschland nach dem Krieg verboten haben, weiter Flugzeuge zu bauen, wo sie denen ihre Städte mit kaputtschmeißen können, haben sie bei Piaggio und Heinkel dämlich aus der Wäsche geguckt. Aber nicht lange: Die Italiener haben den Piloteneierkratzmotor von ihren Stukas genommen und die Vespa drumherum konstruiert. Ernst Heinkel hat die abgestürzten Reste seiner HE262 aufgesammelt, und fertig war der Heinkel Tourist. Beides die berühmtesten Roller aller Zeiten. Aber beide auch so anders wie Spaghetti- und Kartoffelfresser.

Bei der Vespa haben sie lange überlegt: Wie kann man den Motor so ungünstig anbringen, daß sich möglichst viele auf die Fresse legen und sich gleich wieder 'ne neue Vespa ziehen. Sind sie auf hinten rechts gekommen. Wenn sie den an einer 3 Meter langen Stange über den Rücksitz geschraubt hätten, wäre die Straßenlage auch nicht wesentlich schlechter gewesen. Sitzt allerdings hinten 'ne Italo Tussi im Damensitz auf der Affenschaukel, lacht die Schürfwunde noch früher.

Der typische Heinkel Unfall sieht anders aus: Du brüllst mit dem untermotorisierten Bomber durch 'ne Kurve, vorher ist da 'n Bauer mit frischer Kuhscheiße an Bord langgeschickert, der Sturzkampfroller gerät ins Schleudern, im Reflex streckst Du die Stelzen nach draussen, die HE175 legt sich quer und weg ist der Fuß. Sauber überm Knöchel von der Gußalutragfläche des Bombers abgeflext. Und weil das dauernd passierte, gab's den Heinkel Tourist schlauerweise bloß mit 4 Gang Handschaltung, damit auch noch der Fußampuiterte was zum Orgeln hat.

Von den alten Rollern fahren ab und zu noch die dreischläfrige Lambretta und Zündapp bella. Richtig genutzt wurden die Teile früher hauptsächlich als fahrbare Anmontierfläche für Rückspiegel. Heute werden die als Plastikeimer mit Kullerrädern verhökert und sollen verhindern, daß der Cityknallkopf sich 'n Ölfleck in die C&A Hose schmiert. Nun geht den Rollerfritzen ihr Weicheiimage allmählich auf den Zeiger und sie rüsten die rasenden Badezimmerhocker mit Stollenreifen nach und bügeln damit durch die Scheiße um die Wette. Was'n Quatsch! Warum kaufen sie sich nicht gleich 'n anständigen Hobel? Beides geht eben nicht, knallharter Rochen sein und saubere Hose behalten. Alles klar?

Munter bleiben!

[Kult kult kult kult...]


(Thomas Bunz)