Dietmar Wischmeyer

Skifahrer

Meine Name ist Dietmar Wischmeyer und dies ist das Logbuch einer Reise durch das Land der Bekloppten und Bescheuerten. Hier ist mein Bericht.

Wir alle müssen sterben, irgendwann. Eine Mordsschweinerei wenn man's recht bedenkt. Den ein oder anderen trifft's zudem weit vor der Zeit der Schlag, oder ein übler Virus bläst bei ihm die Lichter aus. Eine ärgerliche Sache.

Doch dem Bekloppten reicht diese Todeschance nicht. Nein, er reizt gerne Freund Hein bis aufs Blut. Mit Badelatschen zum Pol, auf ner Luftmatratze nach Amerika, mit Schlittenhunden durch die Sahara. Damit nicht nur der exponierte Diavortragskünstler sein bescheuertes Leben riskiert hat der Herr das Skifahren erfunden. Eine Art Volkssport zum Zerstören der Bergregionen. Im Tausenderpack läßt sich das Gesindel mit dem Stahlseil auf den Gipfel ziehen, um droben den doofen Arsch mit Jagatee anzufluten. Somit lustig drauf' geht's heidiwitzka den Steilhang hinunter, am liebsten da wo vorher noch keiner war. Im Tiefschnee orgelt das blöde Schwein zu Tal und tritt unterwegs die ein oder andere Lawine los. Auf diese Weise machen wir dann Bekanntschaft mit dem Pack.

"Zwei Skifahrer von Lawine verschüttet" heißt es lapidar in den Nachrichten. Wunderbar denken wir, der Berg weiß sich zu wehren und hat wenigstens zwei Idioten abserviert. Doch die Nachricht geht noch weiter: "Mit Hilfe von 35 Lawinenhunden und einem Rettungshubschrauber konnten beide nach 20 Stunden Suche lebend geborgen werden und befinden sich auf dem Weg der Besserung." Ach du Scheiße! Warum das denn? Wer ist denn auf diese Idee gekommen? Warum werden die Bekloppten aus dem kalten Grab ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit befreit? Womöglich auch noch umsonst? Das ist doch ne Mordssauerei!

Jedem unschuldig erkranktem wird von den Erpresserkassen schon ein Obolus zur Behandlung abverlangt, aber Freund Brettlidiot darf Lawinen lostreten und wird auch noch umsonst gerettet. Schluß damit! Keiner sollte skifahren dürfen, der nicht eine happige Versicherung abschließt für seine Unvernunft. Und wer nicht registriert ist, den läßt die Bergwacht bitte schön im Schnee stecken.

Das menschliche Leben generell macht zwar einen wertvollen Eindruck, aber nicht jeder tote Doofmann kann auf unsere Anteilnahme rechnen. Wer weiß, vielleicht fällt es in den zukünftigen Zeiten der kompletten Organtransplantation den Bekloppten aus Daffke ein, vor Züge zu springen, oder sich mit der Kettensäge die blöden Stelzen abzusäbeln. Ja und wir dürfen die Fertigen dann wieder zusammenbauen. Nänänä Freunde, Schluß mit lustig. Wer sein beknacktes Leben unbedingt an den Nagel hängen will, den soll man nicht aufhalten. Laßt die Doofen machen was sie wollen, aber wenn der Berg sie zu sich ruft, so soll der Mensch nicht scheiden was ein höherer beschlossen hat.

Ski heil ihr Kranken.


(*ns*)