07.05.2011
Die Party auf dem Friedberger Platz
Das wohl heißeste Thema derzeit im Nordend ist nicht die U5, nicht die Quartiergarage Glauburgstraße und nicht der Bau der Linie 18 - es ist die Party nach dem Markt auf dem Friedberger Platz jeden Freitag.
Worum geht es? Nachdem der Platz jahrelang ein unansehnlicher Fleck war, wurde er 2005 aufwändig renoviert und aufgewertet. Um anschließend Leben auf den Platz zu bringen, wurde der Freitagsmarkt ins Leben gerufen, und er wird seitdem auch gut angenommen. Kleinere Streitigkeiten um den Markt konnten konstruktiv gelöst werden.
Der Markt entwickelte sich zu dem Treffpunkt für Nordendler am Freitag Abend - erst Einkauf für das Wochenende und dann gleich noch bleiben, um mit Freunden und der Familie dort das Wochenende gemütlich einzuläuten. So weit alles prima.
Seit gut zwei Jahren wächst die Party nach dem Markt immer weiter und es sind schon lange nicht mehr Marktbesucher, die den Großteil der Feiernden darstellen, sondern Besucher, die erst deutlich nach Ende des Marktbetriebs kommen und sich ihre Getränke selber mitbringen oder bei den Trinkhallen der Gegend eindecken.
Mittlerweile hat diese Party leider ein Maß erreicht, dass nicht nur eine erhebliche Belastung für alle Anwohner darstellt, sondern die sich auch nicht mehr durch die absolut lobenswerte Arbeit der Initiative "Rettet den Friedberger Markt" in den Griff bekommen lässt.
Die wichtigsten Probleme bei dieser regelmäßigen, unorganisiertern Party
- Massiver Lärm durch Grölen und Musik bis in die Morgenstunden
- Der Platz wird in einem chaotischen Zustand verlassen, da sehr viele ihren Müll und ihre Flaschen einfach fallen lassen, wo sie gerade stehen
- Die Betrunkenen urinieren in großer Zahl an Hauswände und in Vorgärten. Auch das "große Geschäft" wird so verrichtet - was durch zurückgelassene, vollgesch..ene Hosen dokumentiert ist.
- Es kam auch schon zu Sex in Vorgärten (kein Scherz!)
- Die wilden Parker blockieren nicht nur die Parkplätze, sondern auch alle Durchfahrten weiträumig
- Die Aggressivität hat deutlich zugenommen, Schlägereien haben auch schon stattgefunden.
Durch zahlreiche Beschwerden durch die Anwohner, die deutlich betonen, nichts gegen den Markt oder eine After-Market-Party auf dem Niveau wie vor rund drei Jahren zu haben, hat der Ortsbeirat sich auf seiner konsituierenden Sitzung am 5. Mai 2011 intensiv mit dem Thema beschäftigt und über mögliche Ansätze zur deutlichen Beruhigung der Lage gesprochen. Bei dieser Sitzung sprach auch eine Anwohnerin und auch Martin Kliehm, Stadtverordneter der Piratenpartei, über die Probleme und Möglichkeiten, diese zu reduzieren.
Im Vorfeld hatten sowohl wir Grüne als auch die CDU-Fraktion je einen Antrag vorbereitet. Der deutlich umfassendere Antrag von uns wurde in einigen Punkten noch angepasst, während der Antrag der CDU zusätzlich auch noch angenommen wurde, da die darin enthaltenen Einzelmaßnahmen sich nicht widersprechen, sondern ergänzen.
Konkret sollen jetzt die folgenden Maßnahmen dringend umgesetzt werden (in meinen eigenen Worten):
- Abschleppen aller Falschparker Freitags ab 17:00
- Anbringen von Schildern an den Zugängen zur Platzfläche, auf denen an die notwendige Rücksichtnahme auf die Anwohner und Passanten erinnert wird.
- Massiv verstärkte Kontrollen der Stadtpolizei, um Ordnungswidrigkeiten (vom Müllwegwerfen bis zum öffentlichen Urinieren) zu ahnden.
- Gespräch mit der Initiative "Rettet den Friedberger Markt" (die haben auch eine eigene Facebook-Gruppe und am 22.4.2011 wurde über sie in der Frankfurter Rundschau berichtet) über weitere Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation.
- Das Grünflächenamt soll ein Pflanzkonzept erarbeiten, das die mittlerweile ruinierte Grünfläche sinnvoll so wieder begrünt, dass auch hierdurch die Freitags-Party im Zaum gehalten wird.
- Freitags temporär mehr große Mülleimer aufzustellen, die Samstags wieder entfernt werden.
- Aufstellen eines Toillettenwagens jeden Freitag.
Aber ganz ehrlich: Das Beste wäre, wenn die Feierwütigen sich einfach einen Ort suchen, wo sie das Leben der Anwohner (viele von denen mit Familien) weniger stark beeinträchtigen. Jeder einzelne Partygast ist ein aufgeschlossener und freundlicher Mensch, aber in einer Menschenmasse von Alkoholisierten nimmt das Benehmen leider ein Maß an, das einen daran zweifeln lässt, das wir hier in einem zivilisierten Land leben.
Ihr Ronald Bieber