Papa will's noch mal wissen: BMW

Von denen gibt's ja mehrere, die eigentlich gar nix miteinander zu tun haben.

Da sind erstmal die Daddys, die sich Anfang der 70er ne /5 gezogen haben und die nun jeden Sonnabend vor die Garage fahren und mit 'nem feuchten Lappen über'n Tank gehen. Sie haben nur eine Sorge: Daß sie eher abkratzen, als ihre BMW und ihre Witwe mit'm Akopads übern Chrom rubbelt.

Ja und dann haben wir noch die Heinis die sich Ende der 70er 'ne 1000er Boxer mit Vollverkleidung zugelegt haben. Die würden nun jedes Wochenende am liebsten zum Nordkap bügeln und sich 'nen neuen Aufkleber an die Packtaschen hauen. Weil das aber ihre Alte nicht mitmacht, tun sie so, als ob bei ihnen vor der Garage direkt der Polarkreis anfängt und bauen sich erst mal ne Griffheizung an die 1000er ran.

Als die K Reihe auf den Markt kam, fanden die alle Boxerfahrer, logisch, voll Scheiße, weil die klingt wie 'ne Waschmaschine im Schleudergang. So viele Hoske Tüten kannst Du an die Gurken gar nicht dranmachen, daß Du da 'n vernünftiges Geräusch rauskriegst. Trotzdem haben sie sie dann doch alle gekauft, weil die nicht ganz so verboten aussah, wie die Schlitzi-Feilen.

Am härtesten war dann aber die K1, die schnellste Zahnpastatube der Welt. Ein Wendekreis wie'n LKW und verkleidet wie'n Motorroller aus Rumänien. Wenn Du da ne R50 nebenstellst, mußt Du denken, irgendwann in den 80gern haben die Auserirdischen die BMW - Designabteilung überfallen.

Das Gegenteil ist die R100R, der sogenannte klassische Boxer. Sieht zwar auch kaum klassisch aus, eher wie'n indischer Lizenznachbau der alten R75, fährt aber besser als die alten Gummikühe. Deshalb haben die davon im letzten Jahr dermaßen viel verkauft, daß der BMW Motorrad Chef seinen Posten verloren hat wegen Übersollerfüllung. Also das Teil verkauft sich wie Bananen in Magdeburg, sieht noch aus wien'n richtiges Motorrad und nicht wie die hyperverchromten Angeberfeilen aus Amerika und ist auch noch 10000 Mark billiger, als die Eisenhaufen aus Milwaukee.

Danach sind die BMW Fritzen aber komplett durchgedreht. Von der 650er Einzylinder bis zur neuen 1100er Boxer gibt's jetzt alles, wo sich beim BMW Kunden der Magen umdreht. Und was macht der? Restauriert sich 'nen Wolf an den vergammelten Gummikühen von gestern. Schöner Mist! Aber ihnen geht's wenigstens noch. Einen alten Japaner restaurieren, wär genau so sinnvoll, wie 'ne Würstchenpappe aus den 70ern wieder flott machen.

Munter bleiben!

[Kult kult kult kult...]


(Thomas Bunz)